Chlamydiosen
Chlamydia pneumoniae

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Erst 1989 wurde ein Erreger von akuten respiratorischen Infektionen als eigene Spezies - Chlamydia pneumoniae - klassifiziert. Daneben sind drei weitere Chlamydien-Spezies bekannt, von denen C. psittaci als Erreger der Ornithose und C. trachomatis als Erreger des Trachoms, des Lymphgranuloma inguinale und vor allem einer Reihe unspezifischer, meist genitaler Infektionen humanpathogen sind.

Das Krankheitsspektrum von C. pneumoniae umfaßt hauptsächlich atypische Pneumonien und Bronchitiden, weniger häufig Sinusitiden und Pharyngitiden. Die Inzidenz der meist leicht verlaufenden Erkrankungen steigt im späten Kindesalter an und zeigt einen Häufigkeitsgipfel bei jungen Erwachsenen. Viele Infektionen verlaufen asymptomatisch. Zweiterkrankungen (Reinfektionen) kommen bei älteren Erwachsenen vor. Die Seroprävalenz beträgt auf der gesamten Welt über 50%. In Deutschland wird geschätzt, daß 10-15% der ambulant behandelten Pneumonien durch C. pneumoniae verursacht werden.

Neuerdings wird wegen der höheren Seroprävalenz von Antikörpern bei Asthmatikern eine Assoziation von Atemwegsinfektionen mit C. pneumoniae und allergischem Asthma diskutiert. Daneben wird C. pneumoniae aufgrund erhöhter Antikörper-Titer bei Patienten mit Herzinfarkt und koronarer Herzkrankheit und des Nachweises in atheromatösen Gefäßläsionen auch mit der Pathogenese der Arteriosklerose in Zusammenhang gebracht. Bisher ist noch nicht eindeutig geklärt, über welchen Vektor (Makrophagen?) die Chlamydien in die Arterienwand gelangen.

Die Identifizierung des Erregers mit einem Nukleinsäureamplifikationsverfahren (PCR) ist die empfindlichste Methode zum Nachweis von Chlamydien mit einer über 99%igen Spezifität. Der Wert einer Bestimmung von C. pneumoniae im Blut ist bisher unklar. Hingegen eignet sich die Methode zum Nachweis einer aktiven Atemwegsinfektion durch Chlamydia pneumoniae in verschiedenen Materialien aus dem Respirationstrakt.

Indikation: Bronchopneumonie, unklares Fieber

Methode: Genomnachweis mit PCR

Material: bronchoalveoläre Lavage (BAL), trockener Nasen- bzw. Rachenabstrich ohne Transportmedium in einem sterilen Transportröhrchen.

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