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Diphtherie-Gefahr steigt |
Diphtherieerkrankungen stiegen im Jahr 1995 in Osteuropa - besonders in den Staaten der GUS - weiter an. Durch die wachsende Zahl von Kontakten nach Osteuropa, bedingt durch berufliche oder touristische Reisen, steigt die Ansteckungsgefahr auch in Westeuropa. Die Durchimpfungsrate ist besonders bei Erwachsenen in der Bundesrepublik Deutschland schlecht.
Der schlechte Impfstatus der erwachsenen Bevölkerung in der Bundesrepublik Deutschland und die anhaltende Diphtherie-Epidemie in den Staaten der GUS erfordern eine erhöhte Aufmerksamkeit. Die WHO schätzt, daß gegenüber 47 261 Erkrankungen im Jahr 1994 in den Staaten der GUS circa 60 000 Erkrankungen für 1995 gemeldet werden. 80% der hiesigen Bevölkerung glauben ausreichend gegen diese Krankheit geschützt zu sein. Dabei ist bedenklich, daß Erwachsene aber nur zu 20 bis 30 % effektiven Impfschutz besitzen.
Die Durchimpfungsrate für Diphtherie bei Kindern liegt in den alten Bundesländern relativ konstant zwischen 70 und 80%. In den neuen Ländern liegen die Zahlen, die unter Berücksichtigung der DDR-Impfrichtlinien erreicht wurden, für den Jahrgang 1989 noch deutlich über denen im Westen. Die Raten der vollständig und zeitgerecht Geimpften nehmen im Zeitverlauf jedoch um 10-20% ab und liegen inzwischen für den Geburtsjahrgang «92 nur noch bei etwa 67%.
Die FSME-Impfung ist im Bewußtsein der Bevölkerung stärker verankert als die Diphtherie-Impfung, ergab eine Umfrage zum Impfverhalten Erwachsener von Dr. Margret Rothkopf-Ischebeck, Behringwerke. Auf die Frage: "Wer hat Ihnen die Impfung in den letzten Jahren empfohlen?" antworteten 52% der Geimpften, daß sie die Impfung auf ärztlichen Rat haben durchführen lassen. Allerdings waren nur 8% der 1708 Befragten in den letzten 10 Jahren überhaupt geimpft worden. Die Diphtherie-Impfung wurde nur von 5% als notwendige Impfung genannt, obwohl sie zu den Routine-Auffrischimpfungen gehört wie Polio und Tetanus. 73% der Befragten sind von ihrem Arzt noch nie auf die Überprüfung des Impfschutzes angesprochen worden.
Erwachsene Patienten müssen eindringlich auf die Notwendigkeit von Auffrischimpfungen, besonders die Diphtherieimpfung hingewiesen werden. Bei allen Auffrischungen und bei Erstimpfungen nach dem 6. Lebensjahr soll ein kombinierter Impfstoff für Erwachsene mit reduziertem Diphterietoxoid-Gehalt (Td) verwendet werden.
© G. Braun Fachbuchverlag
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