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Syphilis
(Lues, harter Schanker) |
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Geschichte
Die Lues venera (Lustseuche) wurde von Matrosen 1493 aus Amerika nach Spanien mitgebracht und verbreitete sich rasch in Europa. So wurde sie in Frankreich die spanische und in Italien die gallische Krankheit genannt. Nach martialischen Behandlungsversuchen erfolgte 1910 mit Altsalvarsan und 1943 mit Penicillin der entscheidende Therapiedurchbruch.
Erreger
Treponema pallidum, ein spiralförmiges Bakterium, das wie ein verbogener Kleiderbügel aussieht, sich um die eigene Achse dreht und nur im frisch abgenommenen Nativpräparat im Dunkelfeld zu sehen ist.
Übertragung
Die Ansteckung erfolgt durch den Eintritt der Erreger über kleine Verletzungen an Haut und Schleimhäuten. Häufigster Übertragungsweg ist der Geschlechtsverkehr. Der Erreger kann darüber hinaus bereits im Mutterleib beim Baby zu typischen Krankheitszeichen wie Sattelnase, Tonnenzähnen und Innenohrschwerhörigkeit führen (Lues connata).
Krankheitsverlauf
Dieser wird in drei oder vier verschiedene Stadien eingeteilt. Etwa drei Wochen nach der Ansteckung zeigt sich als sogenannter Primäraffekt meist an den Geschlechtsorganen oder am Mund ein meist erbsgroßes schmerzloses Geschwür mit derbem Randwall (harter Schanker). Kurze Zeit später ebenfalls meist schmerzlose Schwellung der örtlichen Lymphknoten, z.B. in der Leiste. Dieser Primäraffekt heilt 7 bis 10 Wochen nach der Infektion ab. Monate nach der Infektion zeigen sich im Stadium II als Ausdruck der Verbreitung der Erreger über den ganzen Körper verschiedene Hauterscheinungen wie fleckförmiger roter Ausschlag, auch Haarausfall (Syphilis als "Affe unter den Hautkrankheiten"), die in immer größeren Abständen wiederkommen. Jahre später treten im Stadium III weitere Hautveränderungen (Gummata, Syphilome) und Erkrankungen innerer Organe auf. Nach Jahrzehnten kommt es im Stadium IV zu Schäden am Nervensystem (Neurolues) mit typischen Ausfallerscheinungen wie dem Tabes-Schlotter oder Stechschritt.
Während Stadium I massiv und das frühe Stadium II gering ansteckend ist, sind die weiteren Stadien nur noch für den Patienten selbst gefährlich.
Behandlung
Mittel der Wahl ist Penizillin. Da viele Patienten im Lauf ihres Lebens wegen anderer Infektionskrankheiten mit Penizillin behandelt wurden, werden Spätstadien der Syphilis heute kaum noch gesehen.
Vorbeugung
Eine Impfung existiert zur Zeit nicht. Kondome bieten einen guten Schutz. Eine Behandlung und Aufklärung der Geschlechtspartner sollte gleichzeitig erfolgen.
Meldepflicht
Eine Meldepflicht besteht nach § 7 Abs. 3 Nr. 1 IfSG. Weitere gesetzliche Regelungen in § 19 IfSG.
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