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Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) |
Management bei Auftreten von MRSA
Frühzeitige und der Situation angepaßte Infektionskontrollmaßnahmen sind Schlüsselelemente um die MRSA-Übertragungen reduzieren zu können und das MRSA-Reservoir einer Einrichtung unter Kontrolle zu halten.
Es muß angestrebt werden, schon beim ersten bekanntgewordenen MRSA-Patienten durch Isolierungs- und Kontrollmaßnahmen eine Übertragung auf weitere Personen zu vermeiden.
Einmal endemisch gewordene MRSA in einer klinischen Einrichtung sind nur sehr schwer zu eliminieren und persistieren über lange Zeiträume. Dahingehende Studien in den USA haben erbracht, daß MRSA bei 85 % von 104 MRSA-Ausbrüchen in einem Überwachungszeitraum von über 2 Jahren in den Einrichtungen persistierten.
Im Falle eines Ausbruchs nosokomialer Infektionen mit MRSA wird somit eine Eradikation dieser Erreger zunächst nicht zu erwarten sein. Es geht vielmehr darum, bei Auftreten von MRSA in einem Krankenhaus die weitere Verbreitung in andere stationäre Bereiche und Einrichtungen zu vermeiden bzw. einen nur noch schwierig oder gar nicht mehr zu kontrollierenden MRSA-Ausbruch zu verhindern. Besonders gefürchtet und langwierig sind MRSA-Ausbrüche nicht etwa aufgrund einer besonderen Virulenz von MRSA – sie unterscheiden sich darin in keiner Weise von den MSSA – sondern vielmehr durch die schwierige Therapierbarkeit von Infektionen mit diesen multiresistenten Erregern. Vielfach ist eine sichere Therapie der MRSA-Infektionen nur noch durch Glykopeptide, z. B. Vancomycin (VAN), möglich. Aber auch gegenüber diesem Reserveantibiotikum gab es in jüngster Zeit bereits Berichte aus Japan und Europa von vermindert Glykopeptid-empfindlichen bzw. -resistenten S. aureus. Als neue antibakterielle Chemotherapeutika mit Wirksamkeit gegen MRSA wurde Synercid im Frühjahr 2000 zugelassen, Linezolid steht kurz vor der Zulassung.
Aus dieser Tatsache ergibt sich ein weiterer zwingender Grund für die Notwendigkeit der Kontrolle von MRSA. Außerdem wird befürchtet, daß es zu einer Übertragung der VAN-Resistenz von VRE auf MRSA kommen könnte, wie es in vitro bereits nachgewiesen werden konnte.
Zur konsequenten Bekämpfung der inter- und intra-institutionellen Verbreitung von MRSA und zur Vermeidung von epidemischen Ausbrüchen sind fundierte Kenntnisse von der Pathogenität der MRSA, ihrer Übertragungsweisen und von geeigneten Gegenmaßnahmen bei ihrem Auftreten erforderlich.