Yersiniosis (Pseudoappendizitis) |
Erreger:
Yersinia spez., Y. enterocolitica, Y. pseudotuberculosis (verschiedene Serotypen, gramnegative, bewegliche Stäbchen. Familie der Enterobacteriaceae)
Verbreitung:
weltweit, hauptsächlich in gemäßigten Klimazonen
Infektionsweg:
Aufnahme des Erregers über kontaminierte Lebensmittel oder Trinkwasser. Die Yersiniose ist eine Zoonose. Das Hauptreservoir für Y. pseudotuberculosa sind wilde und domestizierte Vögel sowie verschiedene Säugetiere, der Mensch ist nur zufällig betroffen. Die Hauptinfektionsquelle des Menschen für Y. enterocolitica stellt wahrscheinlich das Schwein dar, dessen Pharynx stark mit Yersinien besiedelt sein kann. Aufgrund dessen hält man unzureichend gekochtes Schweinefleisch für eine wichtige Infektionsquelle.
Dauer der Inkubation:
3 - 10 (in der Regel 3 - 7) Tage
Symptomatik:
Die Krankheit beginnt meist akut mit wässrigen Durchfällen (insbesondere bei Kleinkindern), abdominellen Schmerzen, Fieber, Kopfschmerzen, Pharyngitis, Übelkeit und Erbrechen. Bei älteren Kindern kann es zu einer Lymphadenitis mesenterica kommen, deren klinisches Bild einer Appendizitis ähnelt (Pseudoappendizitis). Bei ca. 10% der betroffenen Erwachsenen (v.a. bei Frauen) entwickelt sich ein Erythema nodosum. Septische Verläufe sowie das Entstehen einer Osteomyelitis oder von Leberabszessen sind bekannt (insbesondere bei Immunschwäche). Postinfektiös kann es zu einer reaktiven Arthritis, Urethritis oder Iritis kommen (Reiter-Syndrom, nahezu ausschließlich Erwachsene). Y. enterocolitica führt eher zu einem gastroenteritischen Krankheitsbild, während Y. pseudotuberculosa häufiger das Bild einer Pseudoappendizitis zeigt.
Therapie:
Cotrimoxazol, Tetracycline, Quinolone. Eine antibiotische Therapie ist nur bei schweren Verläufen indiziert.
Differentialdiagnose:
Appendizitis, Durchfälle anderer Genese, reaktive Arthritis durch Chlamydien oder Salmonellen
Prophylaxe, Immunität:
Nahrungsmittelhygiene
Gesetzliche Regelungen:
Eine Meldepflicht besteht bei Verdacht, Erkrankung und Tod.
Diagnostik:
Nachweis des Erregers durch Anzucht (evtl. nach Kälteanreicherung) aus Stuhlproben und ggf. aus Biopsien oder Blut. Eine biochemische und serologische Typisierung des Erregers sollte angestrebt werden. Nachweis von spezifischen Antikörpern.
© Robert Koch - Institut
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