Zerkarien (Saugwürmer - Egel)
Merkblatt Zerkariendermatitis
(Entenbilharziose - Badedermatitis)

(Quelle: Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen)

Gabelschwanz-Zerkarien

Unabhängig von der einwandfreien Badewasserqualität kann das Badevergnügen durch einen von Parasiten verursachten juckenden Hautausschlag beeinträchtigt sein. Diese "Badedermatitis" - bekannt auch als "Zerkariendermatitis", Entenbilharziose oder „Weiherhibbeln“ - ist überwiegend harmlos, aber lästig.

Hervorgerufen wird diese Hautreaktion durch Zerkarien, Larven von Saugwürmern (Trematoden). Normalerweise dringen diese in Enten oder andere Wasservögel ein und wachsen dort zu Pärchenegeln heran. Deren Eier werden mit dem Vogelkot ins Wasser abgegeben und entwickeln sich in Wasserschnecken zu Gabelschwanz-Zerkarien. Sobald die Wassertemperatur ansteigt (also nach anhaltenden Schönwetterperioden), schwärmen diese Larven aus, können in der Nähe badende Menschen befallen und sich in deren Haut bohren, wo sie dann unter Rötung, Knötchenbildung und Juckreiz absterben. Auch außerhalb der etwa 1 Woche dauernden Hauptschwärmzeit kann vereinzelt Badedermatitis auftreten (am Bodensee wurde sie über 1 Monat hinweg von Juli bis August beobachtet).

 

Mehrere Minuten nach Befall treten meist leichter Juckreiz und gerötete Flecken auf, bei sensibilisierten Personen zeigt sich nach 10 bis 24 Stunden die eigentliche Dermatitis (Hautentzündung): stark juckende rote Quaddeln wie nach Mückenstichen, die nach 10 bis 20 Tagen folgenlos abheilen. Der Juckreiz kann allerdings so stark sein, dass durch Kratzen eine bakterielle Infektion nachfolgen kann. Eine Linderung der Beschwerden kann durch juckreizstillende Gele oder Lotionen oder auch durch Einnahme von Antihistaminika erzielt werden. Eine bestimmte Quallenschutzcreme erwies sich auch als wirksam gegen Zerkarien. Vorbeugend kann das rasche Ablegen der nassen Badekleidung und kräftiges Abreiben mit dem Badetuch die Zahl der eindringenden Zerkarien vermindern.

Oft vorgeschlagene Maßnahmen wie Mähen der Wasserpflanzen, Bau von Stegen zur Überbrückung der Flachzonen und Schwimmen in tiefem Wasser erwiesen sich als unwirksam. Selbstverständlich sollten aber Enten und andere Wasservögel nicht an Badeplätzen gefüttert werden!

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