Mikrosporie
"Eine Mikrosporie kommt selten allein."
Fadenpilzerkrankung der behaarten Kopfhaut

Ansteckende Pilzerkrankungen vor allem der behaarten Kopfhaut von Kindern traten früher gehäuft auf und sollen jetzt wieder zunehmen. Eine Meldepflicht besteht derzeit nicht. Bei der Mikrosporie handelt es sich um eine Pilzinfektion mit Mikrosporum-Arten wie Microsporum canis, aber auch anderen. Der Befall äußert sich durch runde, fein schuppende Herde mit kurz über der Kopfhaut abgebrochenen Haaren. Dadurch entstehen kahle Bezirke. Auch die übrige Haut kann bei Erwachsenen sogar häufiger als bei Kindern befallen werden mit kranzförmigen, randbetonten, hellroten schuppenden Flecken. Nach dem Abheilen wachsen die Haare wieder nach, ein bleibender Haarausfall ist also nicht zu befürchten.

Die Diagnose wird durch den Hautarzt gestellt mit Hilfe des sogenannten Wood-Lichts, welches den Pilz grün fluoreszieren läßt. Weiter kann die Untersuchung mit dem Mikroskop vorgenommen werden, wobei die Pilzsporen an befallenen Haaren wie "Sandkörner um einen nassen Glasstab" liegen. Zur näheren Bestimmung des Erregers wird eine Pilzkultur auf Nährböden angelegt. Während Microsporum canis bereits nach 5 Tagen erkennbar ist, brauchen andere Pilzarten länger.

Die Behandlung sollte gleichzeitig innerlich und äußerlich mit geeigneten Antimykotika erfolgen. Auf diese Weise kann man auf die Absonderung erkrankter Kinder verzichten. Die Behandlung kann mehrere Wochen dauern und sollte erst dann abgeschlossen werden, wenn weder mikroskopisch noch kulturell Pilze nachweisbar sind. Weitergehende Desinfektionsmaßnahmen sind eigentlich nicht notwendig, da eine Übertragung über Gegenstände eher unwahrscheinlich ist. Wer dennoch etwas tun möchte, kann Mützen, Kopfkissenbezüge usw. als Kochwäsche waschen und Bürsten, Kämme, Polstermöbel usw. mit einem pilzabtötenden Desinfektionsmittel z.B. auf Alkoholbasis einsprühen.

Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr sind meist mehrere Personen betroffen. Als oft unauffälliger Infektionsherd kommen Hunde und vor allem Katzen in Betracht. Deshalb sollten diese bei derartigen Ausbrüchen in die Bekämpfungsmaßnahmen mit einbezogen werden. Entweder man behandelt sie über den Tierarzt gleich mit, oder man führt auch sie vorher einer entsprechenden Diagnostik zu, indem man z.B. das Fell mit einer neuen Zahnbürste durchkämmt und diese dann in ein geeignetes Labor schickt. Als Beispiel für einen Ausbruch sei eine Kleinepidemie in Northeim im September 1996 genannt, als über eine erkrankte streunende Katze Mutter und Kind, Nachbarin und deren Kind, Freundin der Mutter und deren Freund angesteckt wurden.

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