Herpes genitalis
Dr. med. Th. Klotz, Köln

Einleitung

Fast jeder kennt die Symptome: Juckende und brennende Bläschen, die sich rapide ausbreiten und trotz Cremes und Salben immer wieder auftreten - das Herpes Virus scheint nahezu unausrottbar. Es existieren jedoch erfolgversprechende Behandlungsmethoden.

 

Herpes Infektionen sind durch Viren ausgelöste schmerzhafte Erkrankungen mit Bläschen. Zu dieser Erkrankungsgruppe gehören der immer wieder auftretende Lippenherpes (Fieberbläschen, Gletscherbrand) und als Geschlechtskrankheit der Herpes der Geschlechtsorgane. Die jeweiligen Erkrankungen werden durch eng verwandte, aber unterschiedliche Viren ausgelöst.

Entstehung

Die Erstinfektion erfolgt häufig in der Jugend. Die meisten infizierten Menschen bleiben lebenslang Virusträger. Die Übertragung erfolgt durch Schmierinfektion (Kuß, Geschlechtsverkehr, Geburtsvorgang). Die Durchseuchung der Bevölkerung wird mit bis zu 85% angegeben. Je nach Abwehrlage des Körpers kommt es zum Auftreten der schmerzhaften Bläschen, meist an immer gleichen Stellen.

Untersuchungen

Die Diagnose der Erkrankung erfolgt durch das typische klinische Bild mit gruppierten Bläschen. Diese Bläschen vereitern häufig und bilden gelbliche Krusten. Das Virus ist durch Elektronenmikroskopie nachweisbar und kann angezüchtet werden. Bluttests weisen den Spiegel an Antikörpern gegen das Virus nach.

Verlauf

Die Krankheit nimmt einen raschen Verlauf. Die Bläschen treten innerhalb 1-2 Tagen auf und heilen nach ca. 10 Tagen narbenlos ab. Die Bläschen finden sich in Gruppen an der Eichel, Vorhaut, Schamlippen oder Analregion. Die Bläschen sind oft Eintrittspforten für andere Erreger. Nicht selten vereitern die Bläschen, wodurch der Heilungsprozess verzögert werden kann. Die zugehörigen Lymphknoten sind meist geschwollen. Häufig bestehen Gefühlsstörungen in den befallenen Bereichen. Die Herpes Erkrankung tritt meist wiederholt auf. Nicht selten berichten Patienten von 3-4 Krankheitsepisoden jährlich. Bei Menschen mit abgeschwächter Abwehr (Tumorkranke, AIDS-Patienten) kann es zu einem verzögerten und sehr schweren oder gar tödlichen Verlauf kommen.

Behandlung

Ein gutes Medikament stellt Aciclovir dar, wodurch die Virusausbreitung verhindert wird. Die Darreichungsformen reichen von Salben über Tabletten bis zu Infusionen. Bei starken Schmerzen oder ausgeprägtem Befall kann eine Behandlung mit Infusionen unter stationärer Kontrolle nötig werden. Die Behandlung sollte so früh wie möglich begonnen werden.

Vorbeugung

Bei Menschen die mit dem Herpes Virus infiziert sind hängt das Auftreten der Erkrankung von der jeweiligen Abwehrlage und den individuellen Auslösesituationen (körperliche Anstrengung, Sonneneinstrahlung usw.) ab. Zur Vermeidung von verzögerten Verläufen ist daher eine frühzeitige ärztliche Kontrolle und Behandlung notwendig. Vor Neuansteckung bieten Kondome beim Geschlechtsverkehr einen gewissen Schutz. Eine Impfung existiert zur Zeit nicht.

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