|
Gürtelrose |
|
Der Erreger des Herpes zoster ist identisch mit dem Erreger der Varizellen, unterschiedlich ist lediglich die Immunitätslage.
An Herpes zoster kann nur erkranken, wer bereits zuvor eine
Varizellen-Erstinfektion durchgemacht hatte. Herpes zoster entsteht durch eine
Reaktivierung latenter Varizellenviren, welche im Verlaufe einer meist Jahre
zurückliegenden Erstinfektion spinale Ganglienzellen befallen hatten. Betroffen
werden überwiegend Erwachsene jenseits des 50. Lebensjahres.
Kinder mit einem Herpes zoster wurden meist im frühen Säuglingsalter durch ein
Geschwisterkind mit Varizellen infiziert, zu einem Zeitpunkt, zu dem sie noch
über eine begrenzte Leihimmunität durch die Mutter verfügten. Dies hatte dann
zur Folge, dass zum einen die Ersterkrankung blande oder überhaupt nicht
bemerkbar verlief, andererseits aber auch keine ausreichende Immunität
entwickelt wurde. Seltener kann auch eine intrauterine Infektion bei Varizellen
der Mutter in der Schwangerschaft postnatal zu einem Herpes zoster führen. Aber
auch sekundäre Störungen des Immunsystems im Verlaufe einer Behandlung mit
Zytostatika oder bei einer HIV-Infektion können wegbereitend sein.
Prodromalstadium
Lokale Schmerzen und Brennen gehen häufig den Hauterscheinungen voraus.
Exanthem-Stadium
Betroffen sein können der Stamm und die Extremitäten, aber auch das Gesicht. Hier können auch mehrere Äste im Ausbreitungsbereich des N. trigeminus involviert sein. Das Exanthem geht im Verlaufe von Stunden von Flecken über Papeln zu gruppierten Bläschen über. Dabei besteht meist nur ein geringes Krankheitsgefühl. Der Hautbefall ist meist einseitig auf Hautsegmente begrenzt, welche durch sensible Fasern eines einzigen Segments versorgt werden. Im Gegensatz zum Erwachsenen finden sich bei Kindern meist keine oder nur geringe Schmerzen. Rezidive sind im Kindesalter extrem selten.
Ein generalisierter Zoster ist selten und kommt meist nur im
Zusammenhang mit einer immunologischen Störung vor.
Bei Mitbefall der Ohrmuschel kann es auch zu einer Beteiligung zentraler Nerven
kommen (Hörverlust, Fazialisparese auf der betroffenen Seite). Ein Zoster an
der Nasenspitze weist frühzeitig auf einen sich häufig im Anschluß
entwickelnden schmerzhaften Herpes zoster ophthalmicus hin, da beide Bereiche
vom selben Ast des N. trigeminus versorgt werden.
Bei komplizierten Verläufen ist eine parenterale Virostatika-Therapie indiziert, bei Zoster ophthalmicus zusätzlich eine lokale Anwendung.
Ob eine aktive Varizellen-Impfung vor dem späteren Auftreten eines Herpes zoster schützt, bleibt abzuwarten.
© 1998 INFECTOPHARM GmbH, Heppenheim
Wenn Sie mehr Bilder oder andere Krankheiten sehen möchten, können Sie den kompletten Farbatlas „Infektionskrankheiten im Kindesalter" zum Selbstkostenpreis von DM 60,- dort über die kostenlose Telefonnummer 0800/1136464 bestellen.
| zurück zum Seitenanfang |
| zurück zur Übersicht Herpes zoster |
| zurück zur Übersicht Herpes |
| weiter zum Infektionsschutzgesetz |
| zurück zu Infektionen A - Z |