HIV - AIDS
(HIV-AIDS-Ratgeber des RKI - Erstveröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin 4/2006)
Inkubationszeit

Spezifische Antikörper gegen HIV können in der Regel 4 bis 12 Wochen nach erfolgter Infektion erstmalig nachgewiesen werden. Bei fehlendem Antikörpernachweis 12 Wochen nach einem vermeintlichen Infektionsrisiko kann eine Infektion mit großer Sicherheit ausgeschlossen werden. 6 Tage bis 6 Wochen nach der Infektion wird bei einem Teil der Infizierten ein unspezifisches akutes Krankheitsbild eines viralen Infektes beobachtet. Liegt bei Auftreten eines solchen Krankheitsbildes anamnestisch ein Infektionsrisiko vor, aber der HIV-Antikörpertest fällt negativ oder fraglich aus, kann der Verdacht auf eine frische HIV-Infektion durch eine quantitative HIV-PCR-Untersuchung erhärtet werden. Typischerweise findet sich in diesem Infektionsstadium eine hohe Zahl von HIV-Genomkopien im Plasma (> 50.–100.000 Kopien/ml).

Nach der Phase der akuten Infektion folgt ein symptomfreies Stadium der HIV-Infektion, welches Monate bis viele Jahre dauern kann.

Ergebnisse prospektiver Kohortenstudien zeigten, dass beim therapeutisch unbeeinflussten Krankheitsverlauf 10 Jahre nach Infektion etwa 50 % der Infizierten mit schweren Immundefekten erkrankt sind. In den beiden ersten Jahren nach Infektion ist der Anteil der mit AIDS Erkrankenden gering, danach erkranken jährlich um 6 % der Infizierten.

Säuglinge und Kleinkinder erkranken schneller. Bei ihnen stehen Entwicklungsstörungen neben schweren bakteriellen Infektionen im Vordergrund.

Mit den heute zur Verfügung stehenden antiretroviralen Medikamenten können klinische Manifestationen eines schweren Immundefektes um viele Jahre hinausgezögert werden.

© Robert Koch - Institut


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