Tollwut
Impfindikationen wegen Kontakt zu einer an Tollwut erkrankten oder dessen verdächtigen Person

Quelle: Online-Vorabveröffentlichung des Epidemiologischen Bulletins des RKI vom 16.02.2005

(RKI in Anlehnung an Empfehlungen der CDC, Stand: 16.02.2005)

Kontakt zu einer an Tollwut erkrankten oder dessen verdächtigen Person kann bei folgenden Personengruppen auftreten:
 

Häusliche oder sonstige Kontaktpersonen:

Direkter Kontakt mit verletzter Haut oder Schleimhaut zu Speichel oder Erbrochenem des Erkrankten, z. B.: Trinken aus demselben Glas; Essen von demselben Teller bzw. mit demselben Besteck; gemeinsame Nutzung von Zahnbürste; Küssen, Sexualkontakt zum Erkrankten.
 

Behandelndes Personal im Krankenhaus:

Ungeschützter direkter Kontakt mit verletzter Haut oder Schleimhaut zu Liquor oder Speichel des Erkrankten, z. B. bei Beatmung, Absaugen oder Intubation oder Operation des Erkrankten. Auch nach Nadelstich-Exposition – wegen eines möglichen Kontaktes zu Nervengewebe.
 

OP-Personal:

Ungeschützter Haut- oder Schleimhautkontakt zu Organen (insbesondere Nervengewebe) eines an Tollwut Erkrankten (Entnahme- bzw. Transplantations-Team).
 

Laborpersonal:

Ungeschützter Kontakt zu Untersuchungsproben des Patienten: Organmaterial – ZNS oder anderes Nervengewebe sowie Liquor.

In den oben genannten Fällen sollte wie folgt verfahren werden unter der Annahme, dass eine Infektionsgefahr maximal 14 Tage vor Erkrankungsbeginn besteht:

1.     Bei nicht auszuschließender Verletzung der Haut oder Schleimhautkontakt – kombinierte postexpositionelle Behandlung simultan mit Tollwut-Immunglobulin (20 IE/kg Körpergewicht, einmalig) und Impfstoff (postexpositionelles Schema).

2.     Bei früher bereits prä- oder postexpositionell geimpften Personen nur aktive Impfung – siehe Fachinformation des entsprechenden Impfstoffes.

Im speziellen Fall eines wahrscheinlich Infizierten (eines noch nicht erkrankten Empfängers eines infektiösen Organs) könnten exponierte Kontaktpersonen ggf. auch vor Auftreten einer Symptomatik beim Exponierten geimpft werden.

 

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