Das Zentrum für Tierseuchenbekämpfung informiert:
Maul- und Klauenseuche

Erkrankte Kuh

Das Wesen

Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist eine weltweit verbreitete Viruserkrankung der Wiederkäuer und Schweine. Zur Zeit besonders gefährliche Regionen sind die Staaten Südosteuropas, Vorderasiens, des Nahen Ostens und Nordafrikas. In diesen Bereichen tritt die MKS gehäuft oder gar flächendeckend auf. Aktuell ist am 01.05.2000 vom Internationalen Tierseuchenamt in Paris bekannt gemacht worden, dass die MKS in Malawi (Zentralafrika) aufgetreten ist. Die MKS breitet sich im Bestand und darüber hinaus in der betroffenen Region schnell aus, da sie sehr leicht auf andere empfängliche Tiere übertragen wird. Die von einem erkrankten Tier ausgeschiedenen Virusmengen reichen aus, um hunderttausende anderer Tiere zu infizieren. Empfänglich sind auch Wildtiere (Rot-, Reh-, Dam- und Schwarzwild).

Der Erreger

Auslöser der Erkrankung ist ein in zahlreichen Varianten auftretendes Virus mit hoher Ausbreitungsneigung. Es ist in Speichel, Nasensekret, Samen und Milch erkrankter Tiere enthalten. Das MKS-Virus wird vornehmlich über Tierkontakt übertragen. Zwischenträger (Personen, Fahrzeuge, unzureichend behandelte Erzeugnisse wie Milch etc.) stellen eine weitere wichtige Ansteckungsquelle dar. Darüber hinaus erfolgt auch eine Verbreitung über die Luft.
Trotz Austrocknung, Fäulnis oder niedriger Temperaturen bleibt das Virus über Monate ansteckungsfähig. Diese Dauerhaftigkeit begünstigt zudem die Einschleppung der MKS aus weit entfernten Bereichen (Reiseverkehr !). Erzeugnisse tierischen Ursprungs aus MKS-Regionen bergen stets das Risiko einer MKS-Verschleppung. Sie sollten auf keinen Fall in den Tierbereich gelangen, da der mögliche Schaden gerade in einem viehdichten Bundesland wie Schleswig-Holstein unabsehbar ist.

Die Merkmale

Besonders bedeutsam für die Verhinderung eines flächenhaften Ausbruches der MKS ist die frühzeitige Erkennung der Erkrankung. Jeder, der regelmäßig mit Schweinen und Wiederkäuern Kontakt hat, sollte die Erscheinungen kennen. Nicht alle Merkmale treten immer und zeitgleich auf. Vielmehr führen die heute in Südosteuropa auftretenden Virustypen bei Schwein, Schaf und Ziege nur zu einem undeutlichen Erkrankungsbild; sie lassen auch bei Rindern nur bei genauer Beobachtung das Vorliegen der MKS erkennen. In betroffenen Beständen erkranken fast alle empfänglichen Tiere. Üblicherweise gehen bis zu 5% der Tiere im Bestand ein. Bei Jungtieren (Ferkel, Kälber) kann die Sterblichkeit bei bestimmten Virustypen bis zu 70% betragen.

Situation und Konsequenzen

Schleswig-Holstein ist MKS-frei. Das Auftreten der MKS in einer Reihe von Mittelmeeranrainerstaaten außerhalb der Europäischen Gemeinschaft hat aber einen besorgniserregenden Umfang angenommen. Betroffen sind besonders die touristisch beliebten Staaten Türkei, Israel, Algerien, Marokko und Tunesien. Insbesondere aus diesen Staaten mitgebrachte Fleisch- und Milcherzeugnisse gefährden unsere Nutztierhaltungen. Bitte führen Sie entsprechende Waren bei Ihrer Rückkehr aus dem Urlaub erst gar nicht ein. Beachten Sie die Hinweise auf den Flughäfen.

Zentrum für Tierseuchenbekämpfung
Ministerium für ländliche Räume, Landwirtschaft, Ernährung und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein
Düsternbrooker Weg 104, 24105 Kiel
Tel. (0431) 988-49 98, Fax (0431) 988-52 46
Stand: Mai 2000

 

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