SARS
Zum aktuellen Ausbruch in China

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Quelle: Epidemiologisches Bulletin des Robert Koch-Instituts Nr. 18 vom 30. April 2004
 

Mit dem Stand vom 29.04.2004 wurden der WHO aus China insgesamt 9 Verdachtsfälle, darunter 2 wahrscheinliche Fälle von und ein Todesfall durch SARS aus Beijing (Peking) und der Provinz Anhui gemeldet.

Der Indexfall ist eine 26-jährige Studentin aus der Anhui Provinz, welche vom 7. bis 22. März im Nationalen Institut für Virologie des Chinesischen Center of Disease Control (CCDC) in Beijing arbeitete, wo auch an SARS-Coronaviren (SARS-CoV) geforscht wird. Sie entwickelte nach der Rückkehr in ihre Heimatprovinz am 25.03.2004 Fieber und respiratorische Symptome. Am 29.03. wurde sie in Peking mit Verdacht auf Lungenentzündung in ein Krankenhaus eingewiesen. Nach der Entlassung und Rückreise in die Provinz Anhui wurde sie ab dem 2. April in einem Krankenhaus in Huai Nan und seit dem 4.04. in der Medizinischen Universitätsklinik von Anhui behandelt bzw. überwacht. Am 21.04. wurden im Labor SARS-CoV IgG Antikörper nachgewiesen, die am 23.04. durch das CCDC in Beijing bestätigt wurden.

Die Mutter der Studentin, welche diese während ihrer Krankheit gepflegt hatte, starb am 19.04. an einer Lungenentzündung in einem Krankenhaus in Anhui.

Der dritte Verdachtsfall ist eine 20-jährige Krankenschwester. Sie hatte die Indexpatientin vom 29.03. bis zum 2.04. im Krankenhaus in Beijing gepflegt. Seit dem 14.04. wird sie auf der Intensivstation eines Krankenhauses in Beijing behandelt, nachdem sie zunächst 7 Tage in einem anderen Krankenhaus stationär behandelt worden war. Die Serologie für SARS-CoV war am 22. April positiv.

Der vierte Verdachtsfall betrifft einen 31-jährigen Studenten, der ebenfalls im Forschungslabor des CCDC gearbeitet hat. Er entwickelte am 17.04. Symptome und wurde am 22.04. in ein Beijinger Krankenhaus aufgenommen.

Unter den Kontakten der Krankenschwester befinden sich 5 Personen (3 Familienmitglieder, 2 Patientinnen), die als Verdachtsfälle in Beijing überwacht werden.

Maßnahmen vor Ort: Derzeit werden 649 Kontaktpersonen in Beijing und 353 in Anhui überwacht. Die chinesischen Gesundheitsbehörden haben epidemiologische Untersuchungen veranlasst, eine aktive Kontaktsuche wird durchgeführt. Das chinesische Gesundheitsministerium forderte die lokalen Gesundheitsbehörden zur verstärkten Überwachung von SARS, Influenza-ähnlichen Erkrankungen und Lungenentzündungen unklaren Ursprunges auf.

Quelle: www.who.int. Weitere Informationen: www.rki.de

Derzeit besteht nach Einschätzung des Auswärtigen Amtes und des RKI kein Anlass für eine Reisebeschränkung nach China, da die Fälle alle einer Infektionskette zugeordnet werden können und es keine Hinweise auf eine Übertragung innerhalb der Bevölkerung gibt.

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