SARS
Empfehlungen zum Umgang mit Kontaktpersonen bei Auftreten von Schwerem Akutem Respiratorischem Syndrom (SARS)

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Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum Infektionsschutz Stand 15.04.2003
 

Kontakte der Kategorie I

Definition für Kategorie I

 
Mindestens ein Kontakt ohne adäquate Infektionsschutzmaßnahmen1 folgender Art mit einem wahrscheinlichen Fall von SARS (gemäß Falldefinition) zu einem Zeitpunkt, an dem dieser bereits Symptome hatte:
Direkter Kontakt mit Sekreten
Intimkontakte
Pflegerische Tätigkeit oder körperliche Untersuchung
Lebensgemeinschaft im selben Haushalt
Aufenthalt im selben geschlossenen Raum mit einem Abstand von 2 Metern oder weniger2
Passagier im selben Flug in derselben Sitzreihe oder maximal 2 Sitzreihen bzw. Sitzplätze entfernt
Flugbegleiterin/Flugbegleiter im selben Flug
Passagier in selben Flug, in dem der wahrscheinliche Fall ein/e Flugbegleiterin/Flugbegleiter war
 

Empfohlene Maßnahmen für Kontakte der Kategorie I

 
Initiale namentliche Identifizierung und Registrierung durch das Gesundheitsamt des Auftretens bzw. der initialen Meldung
Häusliche Absonderung3 für 10 Tage
Aktive Gesundheitsüberwachung4 für 10 Tage

 

Kontakte der Kategorie II

Definition für Kategorie II

 
Mindestens ein Kontakt folgender Art mit einem wahrscheinlichen Fall von SARS (gemäß Falldefinition) zu einem Zeitpunkt, an dem dieser bereits Symptome hatte:
Kontakt der Kategorie I, aber Infektionsschutzmaßnahmen waren implementiert
Aufenthalt in einem geschlossenen Raum mit einem Abstand von mehr als 2 Metern
Passagier im selben Flug mehr als 2 Sitzreihen bzw. Sitzplätze entfernt
oder
Mindestens ein Kontakt folgender Art mit einem Verdachtsfall von SARS (gemäß Falldefinition) zu einem Zeitpunkt, an dem dieser bereits Symptome hatte:
Direkter Kontakt mit Sekreten
Intimkontakte
Pflegerische Tätigkeit oder körperliche Untersuchung
Lebensgemeinschaft im selben Haushalt
Aufenthalt im selben geschlossenen Raum mit einem Abstand von 2 Metern oder weniger
Passagier im selben Flug, in der selben Sitzreihe oder maximal 2 Sitzreihen bzw. Sitzplätze entfernt
Flugbegleiterin/Flugbegleiter im selben Flug
Passagier im selben Flug, in dem der wahrscheinliche Fall ein/e Flugbegleiterin/Flugbegleiter war
 

Empfohlene Maßnahmen für Kontakte der Kategorie II

 
Initiale namentliche Identifizierung und Registrierung durch das Gesundheitsamt des Auftretens bzw. der initialen Meldung
Empfehlung zur passiven Gesundheitsüberwachung5 durch die Person für 10 Tage
Empfehlung, bei Auftreten von Symptomen mit dem Gesundheitsamt, einem Arzt oder einem Krankenhaus das weitere Vorgehen zu besprechen


Kontakte der Kategorie III

Definition für Kategorie III

 
Aufenthalt in einem der Länder, das in der jeweils aktuellen Falldefinition genannt wird
oder
Mindestens ein Kontakt folgender Art mit einem Verdachtsfall von SARS (gemäß Falldefinition) zu einem Zeitpunkt, an dem dieser bereits Symptome hatte:
Aufenthalt in einem geschlossenen Raum mit einem Abstand von mehr als 2 Metern
Passagier in einem Flugzeug mehr als 2 Sitzreihen bzw. Sitzplätze entfernt
 

Empfohlene Maßnahmen für Kontakte der Kategorie III

 
Empfehlung, bei Auftreten von Symptomen mit dem Gesundheitsamt, einem Arzt oder einem Krankenhaus das weitere Vorgehen zu besprechen
 

Anmerkungen

 
Ändert sich die Einstufung des Kontaktes von Kategorie II auf Kategorie I, weil ein bisheriger Verdachtsfall zu einem wahrscheinlichen Fall von SARS geworden ist, werden umgehend die Maßnahmen gemäß Kategorie I eingeleitet.
Entwickelt eine Kontakperson Symptome, welche die Falldefinition für einen Verdachtsfall von SARS erfüllen, gelten die Kontaktpersonen dieses Patienten als Kontakte der Kategorie II und müssen entsprechend ermittelt werden.
Da bei Kontakt zu einem Verdachtsfall von SARS derzeit in Deutschland i.d.R. nicht von einem Ansteckungsverdacht ausgegangen werden muss, erfolgt eine Einstufung in die Kontaktkategorie II. Im Einzelfall kann eine Übertragung durch einen Verdachtsfall von SARS jedoch nicht ausgeschlossen werden.
Wenn im Rahmen weiterer Diagnostik oder anderer Erkenntnisse kein SARS  vorliegt (weder Verdacht noch wahrscheinlich) z.B. weil eine andere Diagnose gestellt werden konnte, können alle zuvor ergriffenen Infektionsschutzmaßnahmen abgesetzt werden. Dies beinhaltet eine entsprechende Benachrichtigung der Kontaktpersonen durch das Gesundheitsamt.
 

Erläuterungen

 
1 Abhängig von den örtlichen Gegebenheiten können ggf. Personen als Kontaktpersonen eingestuft werden, die einen größeren Abstand als 2 Meter zum Fall hatten.
2 Als Infektionsschutzmaßnahmen in diesem Zusammenhang gilt bereits das Tragen eines chirurgischen Mund-Nasen-Schutzes durch die Kontaktperson und/oder durch die erkrankte Person, sowie Händedesinfektion nach körperlichem Kontakt. Achtung: Die oben genannten Empfehlungen zum Mund-Nasen-Schutz beziehen sich lediglich auf den Erstkontakt mit dem Patienten, vor Bekanntwerden der Diagnose. Zur Behandlung und Pflege von bereits bekannten SARS-Patienten siehe separate Empfehlungen des RKI.
3 Häusliche Absonderung beinhaltet:
Wohnung/Haushalt nicht verlassen
Keine Arbeitserlaubnis
Empfang von Besuch ist auf das Notwendige zu beschränken
Keine Beschränkungen für Mitbewohner
4 Aktive Gesundheitsüberwachung beinhaltet:
Zweimal tägliches Messen der Körpertemperatur durch die Person selbst
 Tägliche telefonische Nachfrage durch das Gesundheitsamt
5 Passive Gesundheitsüberwachung beinhaltet:
Tägliches Messen der Körpertemperatur durch die Person selbst
  Keine weiteren Maßnahmen durch das Gesundheitsamt

 

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