SARS
Hygienemaßnahmen und Infektionskontrolle
bei Patienten mit
Schwerem Akutem Respiratorischem Syndrom (SARS)

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Empfehlungen des Robert Koch-Instituts zum Infektionsschutz, Stand 31.03.2003
 

 

Die bisher vorliegenden Informationen zur Epidemiologie des SARS legen eine Übertragung bei engem (z.B. häuslichem oder pflegerischem) Kontakt zwischen Menschen nahe. Hieraus leiten sich in erster Näherung jene Maßnamen in Anlehnung an das Vorgehen bei offener Lungentuberkulose ab. Die Virusätiologie legt darüber hinaus die Berücksichtigung von Erfahrungen mit der Influenza nahe.

Dies hat folgende Empfehlungen zur Folge:

Räumliche Unterbringung

Einzelunterbringung
(in Situationen, in denen gleichzeitig eine große Zahl von Personen zu betreuen ist, welche die Falldefinition erfüllen, ist ggf. eine Kohortenisolierung durchzuführen)
Isolierung in einem Zimmer mit Nasszelle, Zimmer möglichst mit Schleusenfunktion.
Sofern in den Patientenräumen eine raumlufttechnische Anlage betrieben wird, über die eine Verbreitung von Luft auf andere Räume möglich ist, ist diese abzustellen.

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Personalschutzmaßnahmen
Personal, das für die Versorgung dieser Patienten eingesetzt wird, darf nicht an der Versorgung weiterer Patienten teilnehmen.
Schutzkittel, Einweghandschuhe, eng anliegende Atemschutzmaske (Schutzstufe FFP3).
In Anbetracht der gegenwärtig noch lückenhaften Datenlage ist in Ergänzung zum üblichen Vorgehen zur Prävention von respiratorisch übertragbaren Infektionen das Tragen von geeigneten Schutzbrillen sinnvoll.

Die Nutzung eines Zimmers mit Schleuse ist grundsätzlich zu bevorzugen (s. oben). In jedem Falle:

Atemschutzmaske vor Betreten des Patientenzimmers anlegen, Schutzkittel in der Schleuse bzw. im Zimmer des Patienten anlegen und dort vor Verlassen der Schleuse / des Zimmers belassen.
Einweghandschuhe vor Verlassen des Zimmers bzw. der Schleuse in einem geschlossenen Behältnis entsorgen (s. Richtlinie der LAGA).
Händedesinfektion mit einem viruswirksamen Desinfektionsmittel (z.B. Sterillium Virugard® , Chloramin-T) nach direktem Patientenkontakt, nach Kontakt mit erregerhaltigem Material oder kontaminierten Objekten sowie nach Ablegen der Handschuhe, vor Verlassen der Schleuse.

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Desinfektion und Reinigung
Tägliche Scheuerwischdesinfektion der patientennahen (Handkontakt-) Flächen (z.B. Nachttisch, Nassbereich, Türgriffe) mit viruswirksamen Mitteln der Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren.
Bei Bedarf sind die Desinfektionsmaßnahmen auf weitere kontaminationsgefährdete bzw. kontaminierte Flächen auszudehnen.
Alle Medizinprodukte mit direktem Kontakt zum Patienten (z.B. EKG-Elektroden, Stethoskope usw.) sind patientenbezogen zu verwenden und müssen nach Gebrauch desinfiziert werden. Bei Transport in einem geschlossenen Behälter ist eine zentrale Aufbereitung möglich. Thermische Desinfektionsverfahren sollten wann immer möglich bevorzugt angewendet werden. Ist dies nicht möglich, sollten viruswirksame Mittel der RKI-Liste (Wirkungsbereich B) in entsprechender Konzentration und Einwirkzeit verwendet werden.
Geschirr kann in einem geschlossenen Behältnis zur Spülmaschine transportiert und darin wie üblich gereinigt werden (> 60° C).
Wäsche/Textilien können einem desinfizierenden Waschverfahren gemäß RKI-Liste (s. oben) zugeführt werden. Als Taschentücher und andere Respirationstraktsekrete aufnehmende Tücher sollen Einwegtücher Verwendung finden.
Für Betten und Matratzen werden wischdesinfizierbare Überzüge empfohlen (Desinfektion s. oben).
Schlussdesinfektion sollte entsprechend den Angaben für die tägliche Desinfektion erfolgen.

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Schlussdesinfektion
Die Schlussdesinfektion erfolgt mit Mitteln der RKI-Liste.

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Abfallentsorgung
Die Entsorgung von Abfällen, die mit  Sekreten oder Exkreten kontaminiert sind, erfolgt nach Abfallschlüssel 180103 gemäß LAGA-Richtlinie.

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Transport des Patienten innerhalb des Krankenhauses

Ist ein Transport im Krankenhaus unvermeidbar, soll der Zielbereich vorab informiert werden. Der Transport soll als Einzeltransport erfolgen, dabei trägt der Patient einen Mund-Nasen-Schutz. Das Transportpersonal und das Personal der Funktionsabteilung tragen einen Schutzkittel, Atemschutzmaske (FFP3) und Einmalhandschuhe. Der Kontakt zu anderen Patienten oder Besuchern ist zu vermeiden. Unmittelbar nach den Maßnahmen in der Zieleinrichtung sind die Kontaktflächen und das Transportmittel vor erneuter Nutzung wie oben beschrieben zu desinfizieren (s. Punkt Desinfektion und Reinigung).

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Krankentransport eines Erkrankungsverdächtigen/Erkrankten außerhalb des Krankenhauses

Vor Beginn des Transportes wird das aufnehmende Krankenhaus über die Einweisung des Patienten und über seine Verdachtsdiagnose/Erkrankung informiert.
Die Isolierung des aufzunehmenden Patienten kann dort vorbereitet und der Schutz anderer Patienten eingeleitet werden.
Das Tragen von Einmalhandschuhen, Schutzkittel und Atemschutzmaske (FFP3) wird empfohlen.
Falls es der Gesundheitszustand des Patienten zulässt, sollte er mit einem Mund-Nasen-Schutz versorgt werden.
Unmittelbar nach Transport ist eine Scheuerwischdesinfektion sämtlicher zugänglicher Flächen und Gegenstände mit einem viruswirksamen Desinfektionsmittel der RKI-Liste durchzuführen (s. oben).
Nach Ablegen der Schutzkleidung ist eine Händedesinfektion mit einem viruswirksamen Desinfektionsmittel (s. oben) durchzuführen.

Die konkrete Umsetzung dieser Empfehlungen soll unter Berücksichtigung der lokalen Gegebenheiten unter Einbeziehung des Hygienefachpersonals ggf. in Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt erfolgen

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Downloadmöglichkeit der Listen und Richtlinien des RKI

Liste der vom RKI geprüften und anerkannten Desinfektionsmittel und -verfahren
Händehygiene
Anforderungen an die Händehygiene bei der Aufbereitung von Medizinprodukten
Richtlinie über die ordnungsgemäße Entsorgung von Abfällen aus Einrichtungen des Gesundheitsdienstes
   
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Literatur
1 Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention, Anlage 5.1 „Anforderungen der Hygiene an die Infektionsprävention bei übertragbaren Krankheiten“, Hrsg. Robert Koch-Institut, Urban & Fischer Verlag

 

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