SARS
Information des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit

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Stand: 15.04.2003
 

Seit Ende Februar liegen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Informationen über den Ausbruch einer ansteckenden, akuten Atemwegserkrankung unklarer Ursache in einigen asiatischen Ländern vor. Diese Erkrankung wird von der WHO„schwere akute Atemwegserkrankung“ oder SARS (englisch: „Severe Acute Respiratory Syndrome) genannt.
 

Klinisches Bild

Nach den bisherigen klinischen Erfahrungen hat die WHO eine vorläufige Krankheitsbeschreibung des SARS publiziert, die wir hier auszugsweise wiedergeben.

Die meisten Patienten sind zuvor gesunde Erwachsene zwischen 25 und 70 Jahren; unter den Verdachtsfällen gibt es nur wenige Kinder unter 15 Jahren. Die Inkubationszeit beträgt 2 - 10 Tage. Das Krankheitsbild beginnt mit Fieber über 38° C, evtl. mit Schüttelfrost, sowie einer Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit Kopf- Gliederschmerzen und leichten Halsbeschwerden, vereinzelt auch mit Durchfall. Nach 3 - 7 Tagen beginnt die respiratorische Phase mit Beteiligung der unteren Luftwege, zunächst mit einem trockenen Husten, dann mit Atembeschwerden, die sich rasch verschlimmern können. 10 - 20 % dieser Patienten sind beatmungsbedürftig. Bei adäquater Behandlung beträgt die Letalität etwa 3 - 4 %.
 

Aktueller Stand in Deutschland

In Bayern gibt es bisher (15.03.2003) einen wahrscheinlichen Fall, der in einer Münchner Klinik aufgenommen war und inzwischen entlassen werden konnte. Bisher verliefen jedoch alle labordiagnostischen Tests negativ. Insgesamt sind in Deutschland bisher 6 wahrscheinliche Fälle gezählt worden. Sämtliche wurden aus unten genannten Risikoregionen importiert. Dank strenger hygienischer Maßnahmen kam es zu keinen weiteren lokalen Ansteckungen. Die aktuellen gemeldeten Fallzahlen entnehmen sie bitte den täglichen WHO-Veröffentlichungen.


Vorgeschichte

Die ersten Erkrankungen mit zum Teil schwerem, selten tödlichem Verlauf traten seit November 2002 in der Provinz Guangdong in China auf. Seit Ende Februar 2003 wurden ähnliche Erkrankungen auch in anderen Ländern Asiens, vor allem unter Krankenhauspersonal in Hongkong und Vietnam registriert. Als ein mit SARS infizierter Arzt aus Singapur auf der Rückreise von New York beim Zwischenstopp in Franfurt in eine Isolierstation aufgenommen werden mußte, hat die WHO Mitte März zur weltweiten Überwachung von SARS aufgerufen. Zur Vereinheitlichung der Erfassung wurde eine vorläufige Falldefinition herausgegeben, die laufend den neuesten Erkenntnissen angepasst wird. In Anlehnung an die WHO-Empfehlungen wurden in Deutschland umgehend vom Robert-Koch Institut umfangreiche Handlungsempfehlungen zum Vorgehen bei einem Verdachtsfall und zum Umgang mit Kontaktpersonen entwickelt.


Ausbreitung

Nach Einreise SARS-Erkrankter wurden in der Folge lokale Übertragungen und Ausbreitungen der Erkrankung in Singapur, weiteren Provinzen Chinas (Shanxi, Taiwan) sowie in Kanada (Provinz Ontario) dokumentiert. Als wahrscheinliche Erreger von SARS gelten mittlerweile Coronaviren. Angesichts der Zunahme der Fallzahlen insbesondere in Hongkong und Guangdong und der Diskussion weiterer Übertragungswege (außer der bisher vermuteten Tröpfcheninfektion) hat die WHO zudem am 2.4.2003 erstmals eine Reisewarnung für Hongkong (ausgenommen Transit) und Guangdong herausgegeben.

Derzeit (Stand 15.4.03) liegen der WHO weltweit Meldungen von 3235 wahrscheinlichen SARS-Erkrankungen vor, von denen 154 verstorben und 1515 wieder genesen sind. Betroffen sind insgesamt 22 Länder: Brasilien 2, Kanada 100, China 1418, China, Hongkong 1232, China, Taiwan 23, Frankreich 5, Deutschland 6, Indonesien 1, Italien 3, Japan 1, Kuwait 1, Malaysia 4, Philippinen 1, Irland 1, Rumänien 1, Singapur 162, Südafrika 1, Spanien 1, Schweden 1, Schweiz 1, Thailand 8, Großbritannien 6, USA 193, Vietnam 63.

In nur 4 Ländern haben lokale Übertragungen in größerem Umfang stattgefunden haben: China (hier Beijing, Guangdong, Hongkong SAR, Shanxi und Taiwan Province), Singapur, Vietnam (Hanoi) und Canada (Toronto). Neu ist der Einschluss von Peking seit Freitag, den 11.4.2003. Die Falldefinition wurde bereits dahingehend aktualisiert.

Ganz aktuell wurde London und USA zur affected area, weil es Hinweise auf eine lokale Übertragung gibt. Diese Regionen werden jedoch als Regionen mit geringer Übertragung ohne Hinweis auf internationale Ausbreitung geführt. In Deutschland sind bisher sechs wahrscheinliche Fälle nach Reisen aus Singapur, Hanoi, Guangdong, Hongkong, Vietnam und Toronto gemeldet worden (Stand: 15.4.2003). Dazu zählt ein Patient aus Bayern. Bei zwei der wahrscheinlichen Fälle konnten Coronaviren nachgewiesen werden. Kontaktpersonen wurden unter aktive Gesundheitsüberwachung und häusliche Quarantäne gestellt. Es kam zu keinen lokalen Übertragungen.

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