Suchtprävention
Kinder stark machen

Die Zahl der Drogentoten hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Die Angst ist gewachsen, daß Kindern und Jugendlichen Drogen angeboten werden, daß sie in eine lebensbedrohliche Drogenszene abrutschen. Eine Angst, die wir ernst nehmen.

Der illegale Drogenmarkt und alle, die sich an ihm bereichern, müssen mit allen Mitteln bekämpft werden. Aber allein die Tatsache, daß es Drogen gibt, macht nicht süchtig. Zur Suchtentstehung gehören Angebot und Nachfrage.

Eltern und anderen Menschen, die täglich mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, muß eine realistische Einschätzung der Situation ermöglicht werden. Dabei sollte klar werden, daß Sucht nicht nur dadurch verhindert wird, daß Kinder und Jugendliche nicht mit harten Drogen in Berührung kommen.

Es ist die Aufgabe der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), über Drogen und Drogenmißbrauch aufzuklären und damit suchtpräventiv zu wirken.

Die BZgA hat sich zur Aufgabe gemacht, Zusammenhänge bewußt zu machen, aus denen Sucht entstehen kann, und die Bedingungen zu stärken, die zu einem sinnerfüllten Leben ohne Suchtmittel beitragen.

Sucht ist ein sich immer weiter steigerndes, zwanghaftes Verlangen nach bestimmten Substanzen, die Mißempfindungen vorübergehend lindern oder andere, „positive“ Empfindungen auslösen. In der öffentlichen Diskussion wird Sucht oft nur mit dem Gebrauch illegaler Drogen in Zusammenhang gebracht. Andere Suchtmittel wie z.B. Alkohol, Tabak und Medikamente können einen süchtigen Menschen ebenfalls schwer schädigen.

Die Entwicklung von Suchtverhalten ist nicht nur eine Frage des Angebots, sondern auch der Nachfrage. Die Gründe, die zur Nachfrage von Suchtmitteln führen, sind vielfältig und kompliziert. Mangelnde Entwicklung von individuellen und sozialen Kompetenzen, fehlende Selbstsicherheit und unzureichendes Selbstbewußtsein, ein instabiles familiäres und soziales Umfeld, solche Faktoren können dazu beitragen, daß Kinder und Jugendliche süchtig werden.

Die Entstehungsbedingungen unterschiedlicher Süchte sind weitgehend gleich. Die Experten kommen deshalb zu dem Schluß:

Für diesen Ansatz sprechen auch Phänomene wie Politoxikomanie (Mißbrauch mehrerer Suchtmittel gleichzeitig) oder Suchtverlagerung (ein Suchtmittel wird durch ein anderes ausgetauscht oder ersetzt).

Das heißt für die Suchtprävention: Es ist ebenso entscheidend, über einzelne Suchtstoffe aufzuklären, wie ursächliche Zusammenhänge, in denen Abhängigkeit entsteht, bewußt zu machen.

Weltweit besteht Übereinstimmung darin, daß repressive Maßnahmen zur Bekämpfung des Drogenproblems allein nicht ausreichen. Der Nationale Rauschgiftbekämpfungsplan geht deshalb von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen repressiven Maßnahmen zur Bekämpfung des Angebotes und vorbeugenden und helfenden Aktivitäten zur Reduzierung der Nachfrage nach allen Suchtmitteln aus.

Einstellungen, Fähigkeiten und Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen, die vor Mißbrauchs- und Suchtverhalten schützen, müssen unterstützt und gefördert werden. Stichworte dazu sind:

Die BZgA möchte Erwachsenen Hinweise geben, wie sie im Umgang mit Kindern und Jugendlichen suchtvorbeugend handeln können. Zum Thema wird dabei nicht nur das Vorbildverhalten im Umgang mit Suchtmitteln. Das eigene emotionale Verhalten, der eigene Umgang mit Konflikten haben eine ebenso große Bedeutung.

Quelle: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Köln

zurück zum Seitenanfang
weiter zur Übersicht der Suchtstoffe