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Nitrofen |
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| Was ist Nitrofen? |
| Wo wird es angewendet? |
| Ist Nitrofen ein zugelassenes Mittel? |
| Wirkung auf Mensch und Umwelt |
| Quellen und weiterführende Informationen |
Was ist Nitrofen?
Nitrofen ist ein Herbizid, d. h. ein Unkrautvernichtungsmittel (Chemische Bezeichnung: 2,4-Dichlorphenyl-4´-nitrophenylether oder 2,4-Dichlor-1-(4-nitrophenoxy)-benzol, Handelsnamen TOK, Trazalex, Trizilin). Die Substanz ist vergleichsweise leicht flüchtig, in der Umwelt weitgehend stabil (auch gegen Säuren und Laugen) und wenig in Wasser, aber sehr gut in organischen Lösungsmitteln löslich.
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Nitrofen gehört zur Gruppe der selektiven Herbizide, die vorwiegend in Vorauflaufanwendung Einsatz finden, also vor dem Keimen der Kulturpflanze. Da für die Wirkung Lichteinstrahlung erforderlich ist, bedarf es keiner Einarbeitung in den Boden. Der Nachweis erfolgt durch Gaschromatographie.
Wo wird es angewendet?
Die bevorzugte Anwendung erfolgt gegen Ungräser in Sommer- und Wintergetreide, besonders Windhalm und Ackerfuchsschwanz, daneben gegen Gräser und breitblättrige Unkräuter in verschiedenen Gemüsearten.
Ist Nitrofen ein zugelassenes Mittel?
In der Verordnung über Anwendungsverbote für
Pflanzenschutzmittel (Pflanzenschutz-Anwendungsverordnung) vom 27. Juli 1988
ist der Wirkstoff Nitrofen aufgenommen. Dies bedeutet, für den Wirkstoff
Nitrofen besteht seit 1988 ein vollständiges Anwendungsverbot.
Nach der Rückstands- Höchstmengenverordnung vom 01.09.1994 (i.d.F. vom
07.03.1996) gilt daher nach § 1 Abs. 4 für Nitrofen eine allgemeine
Höchstmenge von 0,01 mg/kg Lebensmittel. Die Nachweisgrenze liegt bei 0,004
mg/kg.
Dazu kommt, dass im Ökologischen Landbau die Anwendung von Herbiziden
generell verboten ist.
Wirkung auf Mensch und Umwelt
Das Konzentrat reizt Augen, Haut und Atemwege und kann bei
längerem Kontakt zu Hautkrankheiten (Dermatitis) führen. Möglich sind
Effekte auf Blut und Zentralnervensystem. Tierversuche an Ratten ergaben,
dass Nitrofen in hohen Dosen Krebs auslösen kann. Auch eine Beeinträchtigung
der Fortpflanzungsfähigkeit wurde im Tierversuch festgestellt. Für den
Menschen wurde dieser Zusammenhang bisher nicht bestätigt.
Trotzdem wurde Nitrofen in einigen Ländern auf Grund der vermuteten
teratogenen und mutagenen Eigenschaften aus Vorsorgegründen vom Markt
genommen. Auf Grund seiner stark lipophilen (fettlöslichen) Eigenschaften
reichert es sich im tierischen Fettgewebe an und kann beim Geflügel in die
Eier übergehen, seine Langlebigkeit führt zu einer Anreicherung in der
Nahrungskette.
Im menschlichen und tierischen Verdauungstrakt erfolgt ein teilweiser Abbau von Nitrofen verbunden mit der Ausscheidung der Abbauprodukte in wasserlöslicher Form.
W. Perkow, H. Ploss: Wirksubstanzen der Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel, 3. Auflage, Band 2, Paul Parey Buchverlag, 1999
Hutson, D.H., Roberts, T.R. Herbicides: Progress in Pesticide Biochemistry and Toxicology Vol 6, John Wiley and Sons 1987
Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (BgVV): Internationale Bewertung von Nitrofen - Linkliste
Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und
Veterinärmedizin (BgVV):
Zur gesundheitlichen Bewertung von Nitrofen
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