Schwerhörigkeit

Zu selten frühzeitig erkannt
Hörschäden bei Kleinkindern werden noch immer viel zu spät erkannt. Und das, obwohl in den ersten 2 Lebensjahren 7 "Vorsorgen" für das Gehör vorgeschrieben sind und HNO-Ärzte schon bei Neugeborenen über otoakustische Emissionen eine Diagnose auf Schwerhörigkeit stellen können. Die Gründe sind vielfältig: Eltern nehmen Termine für Vorsorgen erst gar nicht wahr oder ignorieren diesbezüglich Hinweise des Kinderarztes, weil sie nicht akzeptieren wollen, daß ihr Kind einen Hörschaden haben könnte.
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Umfangreichere Tests gefordert
Störungen des Gehörs sind bei einem Baby viel schwerer zu erkennen als andere Krankheiten. Selbst von gehörlosen Babys bleiben bei Vorsorgen rund 40% unentdeckt. Hörgeräte-Akustikermeinen aber auch, daß Art und Umfang der heute noch immer einfachen Hörtests beim Kinderarzt verbesserungswürdig seien. Die Tests müßten viel umfassender verlaufen, wird oft kritisiert. Schließlich hängt vom Gehörsinn auch die gesamte psychische Entwicklung des Kindes ab." Eine Früherkennung in den ersten 2 Lebensjahren ist deshalb so wichtig, weil in dieser Zeit die für das Hören zuständigen Nervenverbindungen ausgebildet werden - allerdings nur dann, wenn die Ohren in dieser Zeit akustischen Reizen ausgesetzt sind. Und das ist bei hörgeschädigten Säuglingen nicht der Fall.
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Hörgeräte schon im ersten Lebensjahr
Hier können - wenn medizinische Lösungen nicht möglich sind - Hörgeräte Hilfe verschaffen: Sie stimulieren die Hörbahnen und regen das Kind an, seine Hör-Reste gezielt einzusetzen und so das Hören zu lernen. Die Früherkennung, -erfassung und -erziehung hörgeschädigter Kinder sollte unbedingt im Laufe des 1. Lebensjahres eingeleitet werden. Denn je früher eine Hörstörung erkannt wird, desto günstiger ist dies für die Entwicklung des Kindes.

In der Regel bemerken Mütter als erste die Hörstörungen des Kindes, weil es nicht auf Geräusche reagiert und nach anfänglichem Lallen wieder verstummt. Hannelore Hartmann, Vorsitzende der Bundesgemeinschaft "Eltern und Freunde hörgeschädigter Kinder e.V." empfiehlt den Eltern dringend, schon beim leisesten Verdacht das Gehör des Kindes genau untersuchen lassen. Denn wird die Hörschädigung frühzeitig erkannt, stehen heute vielen Kindern dank intensiver Betreuung und technischer Unterstützung fast alle Türen der Zukunft offen.

Quelle: "Gesund aktuell" G.Braun Fachverlag

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