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Leitbild |
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„Leitbilder zeigen das Selbstverständnis einer Organisation und ihrer Mitarbeiter über die Arbeitsziele und deren Umsetzung in der Praxis. Sie sind ein Ausdruck der gemeinsamen Verantwortung und Selbstverpflichtung für die Gewährleistung einer effektiven und effizienten Leistungserbringung. Leitbilder verstehen sich als Positionsbestimmungen in einem Prozess, der eine regelmäßige Überprüfung und Anpassung an Veränderungen notwendig macht.“ (J. v. Troschke 1998)
„Wir wollen mit unserer
Arbeit das Geld des Bürgers wert sein. Unsere Aufgaben wurden zu allen Zeiten
öffentlicher Gesundheitspflege hinterfragt und immer wieder bestätigt. Wir sind
stolz auf eine Tradition, die sich über die grundlegenden Schriften der Neuzeit
(Johann Peter Frank, 1745 - 1821), den Gesundheitsmagistrat des Mittelalters (Beschluss
des venezianischen Senats vom 7.1.1486) und die Hygieneerrungenschaften des
Altertums (Wasserversorgung, öffentliche Bäder und Kanalisation in Rom)
zurückführen lässt bis zur Infektionsprophylaxe im Volk Gottes (3. Mose 13). Wir
sind davon überzeugt, dass der öffentliche Gesundheitsdienst für die Bevölkerung
unverzichtbar ist. Als Steuerzahler stehen auch wir hinter den Bestrebungen des
Staates, die Verwaltung zu straffen und Aufgaben abzubauen oder zu
privatisieren, wenn andere besser oder billiger sind. Wir leiden mit dem Bürger
und der Wirtschaft unter der kostenträchtigen Überreglementierung auch in
unserem Bereich und setzen uns für günstigere und einfachere Lösungen ein, ohne
unsere Ziele zu gefährden.“ (V. Juds 2002)
Unser Gesundheitsamt ist
der bürgernähste Teil des öffentlichen Gesundheitsdienstes und gehört zur
staatlichen Verwaltung im Landratsamt. Wir betrachten uns als Hausarzt unseres
Landkreises und bieten der Bevölkerung spezifische Leistungen im
Gesundheitswesen an. Als bayerisches Gesundheitsamt begründen wir unsere
Tätigkeit auf dem Gesundheitsdienst- und Verbraucherschutzgesetz (GDVG) und
weiteren einschlägigen Bestimmungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.
Beispielhaft seien genannt das Infektionsschutzgesetz (IfSG), die
Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001), das Sozialgesetzbuch (SGB) und das
Schwangerenberatungsgesetz (BaySchwBerG).
Für uns stehen
Gesundheitsfürsorge, -förderung und –schutz der uns anvertrauten Bevölkerung im
Vordergrund. Ursprüngliches Ziel des öffentlichen Gesundheitsdienstes war und
ist die Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten (Infektionsschutz).
Dem dienen auch unsere Hygienekontrollen in allen Bereichen und Einrichtungen
des öffentlichen Lebens sowie unsere Impfkampagnen. Wir beobachten und bewerten
die Auswirkungen von Umwelteinflüssen auf die Gesundheit auf der Basis
wissenschaftlicher und technischer Standards und setzen uns gegebenenfalls für
Abhilfemaßnahmen ein (Umwelthygiene). Wir klären die Bevölkerung in Fragen der
körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit auf und beraten sie über
Gesunderhaltung und Krankheitsverhütung (Gesundheitsförderung). In einem offenen
und dauerhaften Dialog versuchen wir, durch wissenschaftsbasierte Informationen
und Überzeugungsarbeit die persönliche Kompetenz und Eigenverantwortlichkeit der
Menschen für ihre Gesundheit zu fördern. Im Rahmen der staatlichen
Aufgabenzuweisung leisten wir einen Beitrag zur gesundheitlichen Beratung und
Versorgung von gesundheitlich und sozial benachteiligten Personengruppen
(Gesundheitsfürsorge). Wir planen, koordinieren, vernetzen und unterstützen
gesundheitsbezogene Gemeinschaftsaktionen (z.B. Selbsthilfe und
bürgerschaftliches Engagement). Als Vertrauensarzt des Staates führen wir
amtsärztliche Untersuchungen durch und nehmen gutachterlich Stellung zu
verschiedenen medizinischen Fragen (Amtsärztlicher Gutachtendienst). Wir
informieren und beraten Verwaltung und Politik über unsere Erkenntnisse, damit
diese durch entsprechendes Handeln für gesundheitsförderliche Lebenswelten
sorgen (Gesundheitsberichterstattung).
Wir sind uns stets
bewusst, dass der Steuerzahler und damit jeder Bürger unseren Arbeitsplatz trägt
und erhält. Er hat Anspruch auf kundenorientierte und qualitativ hochwertige
Dienstleistungen, die für ihn nachvollziehbar sind. Gesundheitsbezogene Anfragen
werden fachkompetent, umfassend, verständlich und zeitnah beantwortet. Unser
Handeln basiert auf ethischen Werten. Empfehlungen und Entscheidungen des
Gesundheitsamtes, insbesondere bei Konflikten zwischen den Interessen einzelner
Bürger und denen der Solidargemeinschaft bzw. des Staates werden sorgfältig
begründet und verständlich erklärt. Wir nehmen unsere Kunden ernst und gehen auf
ihre Anliegen ein. Wir bieten eine nachvollziehbare Termingestaltung,
verlässliche Präsenz, Vermeidung überflüssiger Wartezeiten und termingerechte
Bearbeitung. Wir sorgen für eine freundliche und hilfsbereite Atmosphäre und
klare Orientierung der Besucher im Hause. Wir wahren Vertraulichkeit und
Datenschutz und respektieren die Privatsphäre anderer. Wir verwenden eine
allgemein verständliche Sprache und helfen denen, die Schwierigkeiten haben,
Vorschriften und gesetzliche Vorgaben in ihrer Bedeutung zu verstehen. Wir
arbeiten lobbyfest, wissenschaftsbasiert und transparent. Als
interessenunabhängige Organisation versuchen wir in unserer
Öffentlichkeitsarbeit, dem medizinischen Laien in der Vielzahl widersprüchlicher
Informationen verlässliche und überzeugende Orientierungshilfen an die Hand zu
geben. Mit dem umfassenden Angebot in unserer Homepage stellen wir uns ständig
der Kritik aller Internetbesucher.
Wir wollen gute Leistung
für gutes Geld und unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten erbringen. Wir möchten
nicht nur die richtigen Dinge tun, sondern sie auch richtig machen. Dazu gehören
Kundenorientierung, Einbeziehung aller Mitarbeiter sowie ständige
Verbesserungsprozesse. Durch effektiven und effizienten Einsatz der vorgegebenen
Ressourcen wollen wir zu einer Sicherung und Verbesserung des
Gesundheitszustandes unserer Bevölkerung beitragen. Wo immer möglich nutzen wir
die Instrumente und Methoden des Qualitätsmanagements. Uns ist klar, dass wir
auf die Strukturqualität, also die Personal- und Finanzausstattung, nur geringen
Einfluss haben. Umso mehr müssen wir durch Kooperation mit anderen Institutionen
des Gesundheitswesens deren Erfahrungen und Ressourcen sowie Synergieeffekte
nutzen und uns aktiv auf den jeweiligen Stand der Wissenschaft bringen.
Entscheidend können wir die Prozessqualität beeinflussen, also die täglichen
Arbeitsabläufe und den Umgang mit Bürgern und Behörden. Zur Erfassung der
Ergebnisqualität, also des Nutzens, den die Bevölkerung von all unseren
Bemühungen tatsächlich hat, sind wir auf die Instrumente zur Evaluation
angewiesen, die Forschung und Wissenschaft entwickeln. Bedingt durch die relativ
kleine Bevölkerungszahl unseres Landkreises sind allerdings besonders bei eher
seltenen Merkmalen statistisch valide Vergleichsdaten kaum zu erwarten.
Ebenfalls durch unser kleines Amt bedingt können Qualitätszirkel der einzelnen
Berufsgruppen, die Entwicklung von Leitlinien und Qualitätsstandards, die
Durchführung von Ringversuchen und Studien sinnvollerweise nur auf höherer Ebene
stattfinden. Damit wir uns mit unseren Leistungen im Vergleich behaupten können,
wollen wir ein hohes Maß an Steuerungstransparenz und fachlicher
Innovationsfähigkeit erreichen (Benchmarking).
Wir pflegen die
interdisziplinäre und multiprofessionelle Zusammenarbeit. Die verschiedenen
Berufsgruppen achten sich in ihrer Sachkompetenz. Teamarbeit hat einen hohen
Stellenwert. Wir unterstützen einen kooperativen Führungsstil. Wir fördern
kreatives, selbst verantwortliches Handeln. Wir schaffen die Rahmenbedingungen
und Spielregeln, um diese Arbeitskultur zu unterstützen. Wir informieren uns
gegenseitig regelmäßig und kommunizieren offen und fair miteinander.
Entscheidungen gestalten wir nachvollziehbar und transparent, wobei wir uns
frühzeitig und deutlich einbringen. Wir beteiligen uns aktiv an der Erprobung
neuer Arbeitsformen und –inhalte und stellen unsere Erfahrung im überörtlichen
Austausch partnerschaftlich zur Verfügung. Soweit möglich kooperieren wir mit
anderen Anbietern gesundheitsbezogener Dienstleistungen. Wir bedienen uns
intensiv der elektronischen Informationstechnologie bei Datenspeicherung und
Kommunikation mit Bürgern und Behörden. Soweit uns die gesetzlich
vorgeschriebenen Aufgaben überhaupt Raum dafür lassen, setzen wir uns jährlich
Zielvereinbarungen für besondere Schwerpunkte (z.B. Steigerung der
Durchimpfungsraten bei unseren Schülern, was später zu verifizieren sein wird).
Wir erwarten von unserem Arbeitgeber motivationsfördernde
Personalentwicklungsmaßnahmen samt entsprechender Fortbildung sowie mehr
Freiräume für eigenverantwortliches Handeln.