2. Bayerische Impfwoche
Aufruf des Gesundheitsamtes

04. bis 07. April 2011

Statistische Daten des Gesundheitsamtes Dachau

Vom 04.-07.04.2011 veranstaltet das Gesundheitsamt Garmisch-Partenkirchen eine Impfaktionswoche.

Angeboten werden hier unter anderem telefonische und Internet-Beratungen, Impfpass-Checks, Reise-Impftipps und persönliche Beratungsgespräche.

Unter der Telefonnummer 08821 751 500 kann man sich Rat rund ums Impfen holen.

Aktuell sind die Erkrankungszahlen durch Masern bei Kindern und Jugendlichen im Landkreis erhöht, die ausnahmslos nicht vorbeugend geimpft waren. Von den bisher 19 Erkrankten im Landkreis mussten deshalb leider 3 im Krankenhaus behandelt werden (Sie berichteten).

Die Masern brechen immer wieder aus. Die meisten Kranken überstehen die Masern - die mit hohem Fieber und Pusteln einhergehen können - ohne bleibende Schäden.

Die Masernvirus-Infektion bei Nichtgeimpften bedingt eine vorübergehende Immunschwäche von etwa sechs Wochen Dauer. Die Folgen können bakteriell aufgepfropfte Infektionen sein. Am Häufigsten hierbei die Mittelohrentzündung, Bronchitis und Lungenentzündung.

Eine besonders gefürchtete Komplikation ist die, nach der Infektion entstehende Hirnentzündung, zu der es bei 1 von Tausend Erkrankten kommen kann. Bei 10- 20 % endet diese tödlich, bei 20 – 30 % muss mit bleibenden Schäden im Gehirnbereich gerechnet werden

"Masern sind hochansteckend und alles andere als harmlos!“

In Deutschland sind immer noch viel zu wenig Menschen geimpft. "Wir wollen bei Kindern eine Impfquote von 95 Prozent erreichen". Davon aber ist Deutschland zumindest bei der Infektionskrankheit Masern weit entfernt.

Zwar sind fast 94 Prozent der Kinder und Jugendlichen einmal gegen Masern geimpft. Doch nur 74 Prozent haben die notwendige Zweitimpfung erhalten", heißt es in dem Kinder- und Jugendgesundheitssurvey (KiGGS).

Im Landkreis ist die Datenlage leider eine Andere. Folgende Daten im Vergleich:

Landkreisweite Impfraten gegenüber den bayernweiten (jeweils in Klammer) zur Masernimpfung (aus Gesundheitsmonitor Bayern 2/2008; Erhebung von Einschulungskindern): 83 % landkreisweit (<->92 % bayernweit) haben nur eine Impfung gegen Masern;

63 % haben landkreisweit Komplettschutz gegen die Masernerkrankung mit 2 Impfungen (<-> 76 % bayernweit).

Von 739 vorgelegten Impfbüchern der Sechstklässler des Landkreises aus dem Jahre 2009/2010 hatten 11 % gar keine Impfung gegen Masern!

Die Impfung gegen Masern wird z. B. als Kombinationsimpfung angeboten. Zwei Impfungen im Abstand von mindestens 1 Monat schützen ausreichend gegen Masern, Mumps und Röteln.

In den USA gilt das Motto: "No shot, no school" - ohne Impfung keine Schule. "Die Amerikaner haben es damit fast geschafft, die Masern auszurotten Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich zum Ziel gesteckt, Masern bis 2010 weltweit auszurotten.

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht. Hier versucht man über Impf-Aufklärung die Menschen zum Nachdenken anzuregen.

Im Landkreis GAP bietet deshalb das Sachgebiet Kinder- und Jugendgesundheitspflege jährlich einmal eine Impfbuchdurchsicht in den 6. Klassen der Landkreisschulen an. Hierbei werden Impfempfehlungen ausgesprochen.

Neben dem Eigenschutz, den man durch rechtzeitiges Impfen erreicht, sollten sich Bürger auch Gedanken über Menschen machen, die durch mangelnde Immunantwort z. B. durch eine Chemotherapie den gefährlichen Krankheiten ungeschützt ausgeliefert sein müssen.

Auch ungeimpfte Schwangere können sich und ihr Kind im Mutterleib durch die sogenannten „Kinderkrankheiten“ anstecken. Das Ungeborene kann hierdurch schwer geschädigt werden.

Neben den Impfungen, die im Kinder- und Jugendalter bundesweit über die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut regelmäßig geprüft und empfohlen werden, stehen die Reiseimpfungen hoch im Kurs.

Grundsätzlich gilt: „geimpft = geschützt“.


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